beschreibung
der edelkrebs ist der größte unter den heimischen krebsarten. sein massiger Körper ist nur schwach bedornt. die farbe ist normalerweise ein braun, das von rötlich bis fast schwarz reichen kann. es gibt aber auch hellblaue bis intensiv dunkelblaue exemplare, auch ins grüne gehende färbung kommt vor. die scheren des edelkrebses sind breit und groß (besonders bei den männchen). die unterseite der scheren ist leuchtend rot gefärbt, die oberseite wie der rest des körpers. männliche edelkrebse können bis 18 cm körperlänge und bis zu 350 gramm gewicht erreichen. weibchen bleiben deutlich kleiner. hinter den augen an der oberseite des carapax sind die für die artunterscheidung wichtigen postorbitalknoten zu finden. der edelkrebs besitzt auf jeder körperseite zwei dieser höcker.

lebensweise
dämmerungs- und nachtaktiv.

habitat
liebt sommerwarme, nährstoffreiche gewässer der niederung, aber auch in fließgewässern höherer lagen (rückzugsgebiete – krebspest!) zu finden. sommertemperaturen müssen für 2-3 monate 16°C erreichen, andernfalls findet keine entwicklung der gonaden (und damit keine reproduktion) statt. meidet sehr schlammige gewässer, da er gerne wohnhöhlen gräbt. diese werden in den uferböschungen angelegt oder aber unter steinen, wurzeln und totholz. reagiert empfindlich auf chemische verschmutzung, besonders auf insektizide.

ernährung
allesfresser, je nach lebensalter, wassertemperatur und natürlich dem vorhandenen angebot mehr herbi- oder carnivor. besondes wichtig sind mollusken. frißt kein aas, nur frischtotes. verwertet auch herbstlaub, fadenalgen und selbst modriges holz.

vermehrung
bei sinkenden wassertemperaturen im herbst erfolgt die paarung. dabei werden die weibchen von den männchen mit den scheren festgehalten und auf den rücken oder in seitenlage gedreht. die weibchen sind bei paarungsbereitschaft kooperativ, sodaß auch weitaus kleinere männchen in der lage sind, körperlich überlegene weibchen zu begatten. bei dieser begattung heften die männchen mit ihren „gonopoden“ kleine weiße, etwa 1 mm starke stäbchenförmige spermatophoren an den weibchen an. diese sind meist ventral zwischen den letzten schreitbeinen oder am wchwanzfächer zu finden.

paarung:                 oktober– november
schlupf der larven:    mMai-Juni
jungkrebse:             nach ca. 10 tagen

noch vor 200 jahren zählte der fluß- oder edelkrebs (Astacus astacus L.) in mitteleuropa zu den häufigsten bewohnern der flüsse und bäche. bereits im mittelalter galt er als delikatesse und im 19. jahrhundert blühte ein reger handel mit vielen hundert tonnen krebsen in Europa! ende des 19. jahrhunderts war es mit einem schlag vorbei: die aus nordamerika durch die dort vorkommenden krebsarten (z.B. signalkrebs) eingeschleppte krebspest begann ihren todeszug quer durch alle fließgewässer und seen. millionen von edelkrebsen starben in europäischen gewässern, bis schließlich kaum ein lebender edelkrebs zu finden war. zu den natürlichen feinden der edelkrebse zählt der aal. vor allem der krebsbrut fügt er enormen schaden zu und kann ganze bestände wegfressen.



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