yannick durand aus lausanne landete am
29. mai 2001 am silvaplanersee den fisch seines lebens. die 113 cm lange Seeforelle brachte 15,6 kg auf die waage. neuer schweizer rekord!
yannick durand ist 38-jährig und fischt seit 28 Jahren. vorwiegend im schönen waadtländer flüsschen venoge stellt er den forellen nach mit der "dandinette", dem montierten (toten) köderfisch. hie und da schleppt er mit kollegen auf dem genfersee, nämlich mit jenen freunden, mit denen er seit 13 jahren jeden mai ins engadin fährt.
in samedan mieten sie für zwei wochen eine ferienwohnung und schöpfen die wundervollen fischereimöglichkeiten im oberengadin aus. forellenfischen am inn bei celerina; auf saiblinge und namaycush an den seen, vom ufer aus mit der "dandinette".
aAm 29. mai 2001, einem für yannick durand unvergesslichen dienstag, wollte er mit seinem freund françois seesaiblinge am silvaplanersee fangen. am oberen see-ende bei sils maria hatte es zu viele leute, sodass yannick den bach durchquerte, während sein freund in kurzen stiefeln zurückblieb und mit fischen begann.
um 10.30 Uhr montierte yannick in ova da rabgiusa eine selbstgefangene elritze (bameli) auf das eigenbau-system seines freunds. wie gewohnt machte er vorerst einen kurzen wurf (etwa zehn meter), um die uferregion abzufischen. kaum begann er seinen köder zu bewegen, riss es ihm die rute mit einem gewaltigen schlag nach unten. unwiderstehlich, aber langsam setzte sich der fisch etwa zehn meter vom ufer ab. yannick merkte, dass es wohl ein grösseres kaliber war als sein bisher bester fang (namaycush von knapp fünf pfund). aber bereits schwamm die forelle wieder gegen das ufer. dann kehrte sie erneut, aber keine lange flucht. doch bei jeder bewegung bangte er um seine 0,20er-schnur. so ging es eine viertelstunde lang neun mal hin und her. yannick versuchte françois zu alarmieren, der etwa 50 m seeaufwärts fischte. doch der dazwischenliegende bach übertönte die zurufe. hingegen beobachteten einige bootsfischer die heisse drillszene als die forelle zum zehnten mal gegen das ufer schwamm, zog sie yannick einfach auf das flache sandufer. blitzschnell rannte er nach vorn und fasste den fisch mit der hand in den kiemen und schleifte ihn in sicherheit. applaus ertönte von den booten und yannick erschrak, als er die grösse des fischs erkannte. halb benommen stand er vor seiner beute und schüttelte ungläubig den kopf. jemand brachte ihm einen stecken, damit er den fisch abschlagen konnte. sein freund gratulierte und zusammen trugen sie den fisch richtung autoparkplatz, der immerhin etwa drei kilometer entfernt lag.
das ging dann viel schneller, weil sie die m änner vom strassenunterhalt auf ihr fahrzeug luden. im restaurant mürtarol wurde zum ersten mal angestossen und wie ein lauffeuer machte der sensationsfang die runde. männiglich strömte herbei, um den prachtsfisch mit 66 cm brustumfang zu bewundern. kurzentschlossen kaufte wirt antonio walther die Forelle, um sie präparieren zu lassen. somit wird sie in zukunft an der wand der gaststube zu bewundern sein. yannick durand begann langsam zu begreifen, was ihm widerfahren war. er, der noch nie im ausland gefischt hatte, erbeutete einen fisch, von dem auch skandinavier- oder kanadafahrer nur träumen. er verkaufte den fisch, weil ihm der gedanke gefiel, dass die forelle im engadin bleiben wird. den erlös von Fr. 500. investierte er in das fest mit seinen freunden. x-mal noch musste yannick seine geschichte an diesem denkwürdigen tag erzählen. "margot", die königin vom silvaplanersee, taufte die waadtländer freundesrunde den stolzen fisch. tags darauf applaudierten sie nochmals, als sie vom "petri-heil"-redaktor vernahmen, dass "margot" neuen absoluten schweizerrekord bedeutet. mit ihren 31,2 Pfund übertrifft sie den bisherigen rekordfang von 30 pfund aus dem jahr 1968 (vierwaldstättersee-seeforelle).