das wilde schwein und der mensch (gedicht)

 

 

 

 

mitteilungsblatt der gemeinde ossingen, dezember 1993

ein seltenes weidmannsheil

am frühen montagmorgen des 1. November 1993, als andere sich eben daran machten, eine neue woche in angriff zu nehmen, hatte peter ulrich, gemeindeförster, sein wochenwerk schon fast vollbracht: der jagdpächter und jagdaufseher der hiesigen gemeinde konnte im schneitenberg einen kapitalen keiler von 180 kg lebendgewicht zur strecke bringen. ein nicht alltägliches weidmannsheil, das in jägerkreisen weitherum beachtung fand. nur mit dem traktor und weiteren helfern war es möglich, den bässen weidgerecht zu bergen. bei ulrichs soll es nun öfters «schwinig's » geben. in den vergangenen zwei jahren haben die wildschweinbestände auch in unseren gebieten markant zugenommen. dies nicht nur zur freude der naturbegeisterten, sondern gleichzeitig zum leid der bauern. wildschweine können nämlich erheblichen schaden an landwirtschaftlichen kulturen und wiesen anrichten. auch in unserer gemeinde ist es zu entsprechenden schäden gekommen, wo wildschweine kräftig gebrochen haben. es obliegt dem jäger, wildschäden im rahmen zu halten. dies tut er nicht zuletzt im eigenen interesse, da er wildschäden aus der eigenen tasche zu berappen hat. leicht macht einem der schwarzkittel, der vor allem nachts unterwegs ist, die jagd allerdings nicht. oft bedarf es langer ansitze in klirrender kälte bis nur einmal feststeht, wann und wo sich die tiere bewegen oder aufhalten. um schliesslich zum schuss zu kommen, müssen alle weiteren umstände, wie etwa wind, lichtverhältnisse, art des tieres - muttertiere und die gestreiften frischlinge sind geschützte ­passen. diese kräftige portion glück hatte peter ulrich, auf den die gemeinde stolz sein darf. man erkennt ihn übrigens neuerdings am sogenannten saubart am hut.

 

aus feld wald wasser - schweiz. jagdzeitung

schwerer geht's nicht mehr. dieser wahrhaftige urian wog nicht weniger als rund 180 kg lebendgewicht und wurde eine beute von jäger und förster peter ulrich im revier ossingen im zürcher weinland. ulrich hatte das hauptschwein viele lange minuten im visier, ehe er vom hochsitz aus bei schlechten lichtverhältnissen den schuss verantworten konnte. ins blatt getroffen verendete der kapitale basse nach rasanter, kurzer flucht. es ist sicher eine der schwersten sauen, welche je in unserem lande gestreckt wurden.

wildsau
   
   



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